Lars M. Heitmüller

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Enteignungsdebatte in Berlin: Keine einzige neue Wohnung – aber ein Risiko für den Standort Deutschland

Dr. Christian Schede, einer der renommiertesten Immobilien- und Verfassungsrechtler des Landes, sprach im Rotary Club Berlin-Pariser Platz über die geplante Vergesellschaftung von Wohnraum — und ihre Signalwirkung für den Standort Deutschland.

2. September 2026 · Lars M. Heitmüller
Dr. Christian Schede zu Gast im Rotary Club Berlin-Pariser Platz
Dr. Christian Schede (Greenberg Traurig, LLP) beim Mittagsmeeting des Rotary Club Berlin-Pariser Platz.

Am Mittwoch war Dr. Christian Schede (Greenberg Traurig, LLP), einer der renommiertesten Immobilien- und Verfassungsrechtler des Landes, zu Gast bei unserem Mittagsmeeting im Rotary Club Berlin, Pariser Platz. Sein Thema: die geplante Enteignung und Vergesellschaftung von Wohnraum. Danke für einen so klaren wie aufrüttelnden Impuls — hier meine Gedanken dazu:

Per Gesetzesvolksentscheid sollen große private Wohnungsbestände mit mehr als 3.000 Wohnungen vergesellschaftet werden — rund 220.000 Wohnungen. Entschädigt werden soll deutlich unter dem Verkehrswert, und nicht in bar, sondern über langfristige Schuldverschreibungen des Landes.

Das ist mehr als Wohnungspolitik. Es geht darum, wie verlässlich Eigentum und Investitionen in Deutschland künftig geschützt sind.

Worauf es ankommt

Das eigentlich Bittere: Hier fließt enorme politische Energie in die Neuverteilung des Bestehenden, ohne dass eine einzige Wohnung hinzukommt — statt in die Bedingungen dafür, dass Neues entsteht. Wir kennen die Hebel. Aber wir setzen sie nicht mit der nötigen Konsequenz ein.

Und genau hier liegt auch der kommunikative Fehler der Gegenseite: „Enteignung verhindern" ist keine Agenda. Wer nur verteidigt, überlässt anderen die Definition des Problems — und die attraktivere Erzählung.

Die bessere Antwort lautet: Schneller bauen. Mehr bauen. Bezahlbarer bauen. Nicht wem die vorhandenen Wohnungen gehören, ist die entscheidende Frage — sondern wie mehr Menschen Zugang zu bezahlbarem Wohnraum bekommen.

Dafür braucht es eine strategische Kommunikation, die beides verbindet: eine klare Haltung zu Eigentum, Investitionssicherheit und sozialer Marktwirtschaft — und eine glaubwürdige Agenda für mehr Wohnungsbau.

Nicht nur sagen, wogegen wir sind. Zeigen, wofür wir stehen.

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